Abtei
Venio OSB
Kommunität Venio OSB




 

Am  Mittwoch, den 21. August starb unsere Schwester Irene Waltraud Mühlhoff. Sie war im 97. Lebensjahr. Als mit dem Angriff auf Polen am 1.9. 1939 der Zweite Weltkrieg begann, war sie bereits 17 Jahre alt.

Sr. Irenes Leben umfasst nahezu ein Jahrhundert. Zunächst die geschützte Kindheit eines katholischen Elternhauses an der Ostsee im Kreis von neun weiteren Geschwistern, Abitur in einem Gymnasium der Ursulinen. Im Krieg absolvierte sie eine Französisch- und Englisch-Ausbildung in Leipzig (1941/42). Es folgten schwere Schicksalsschläge: Vier ihrer Brüder fielen in Russland, 1945 musste sie, wie die ganze Familie, die Heimat verlassen, und kam 1953 nach München, wo sie M. Agnes und das Venio kennenlernte, in das sie 1957 eintrat. Der Beginn ihres klösterlichen Lebens war hart, noch im Noviziat hatte sie gleichzeitig eine 48-Stunden-Woche in der Bank zu bewältigen. Für das Betrauern des Verlustes der Heimat und all dessen, was ihr und ihren Geschwistern widerfahren war, blieb wenig Kraft. Dass sie diesen Weg gemeinsam mit Sr. Eustochium gehen konnte, war ihr eine große Hilfe.

Im Venio hatte sie vor allem praktische Aufgaben: Verwaltung, Hausmeisterei, Gastmeisterei, Sorge um die Häuser. Auch wenn sie sich gelegentlich als „nicht so fromm“ bezeichnete, so fehlte sie doch nie im Chorgebet. Die Psalmen gaben ihr Stütze und Nahrung. Noch bis wenige Wochen vor ihrem Tod las sie täglich Sr. Eustochium das Tagesevangelium vor, nun also ihrerseits zur Unterstützenden geworden. Sr. Irene war in ihrem Wesen, inne-lich wie äußerlich, aufrecht, aufrichtig. Bis zuletzt war sie den Menschen, die sie in ihrem langen Leben begleitete, eine treue Zuhörerin. R.i.p.